Editorial

Alle wollen die Tripartite, doch der Premier hat andere Sorgen

Gewerkschaften, Patronat, Opposition und die DP fordern vom Premier eine Tripartite. Luc Frieden und die CSV haben derzeit jedoch andere Sorgen. Statt des Sozialdialogs suchen sie den Dialog mit ihren Wählern, um ihre Umfragewerte zu verbessern.

Will Luc Frieden als CSV-Spitzenkandidat 2025 Partei aus Umfragetief führen bei politischer Wahlkampfvorbereitung

Will Luc Frieden nächstes Jahr erneut CSV-Spitzenkandidat werden, muss er seine Partei und sich selbst aus dem Umfragetief holen Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

OGBL und LCGB fordern sie seit Monaten, die CGFP auch, die Handelskammer, der Unternehmerdachverband UEL und die Oppositionspartei LSAP spätestens seit vergangener Woche und seit gestern auch die Regierungspartei DP: Die Einberufung des „Comité de coordination tripartite“, damit Regierung und Sozialpartner nach Lösungen suchen für die Energiekrise, die die Inflation anzutreiben und das seit vier Jahren eh nur spärlich vorhandene Wirtschaftswachstum weiter zu bremsen droht. Die Arbeitslosigkeit in Luxemburg ist so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr (ausgenommen das Covid-Jahr 2020), 2025 wurden in der Privatwirtschaft weniger als 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. „Et geet ëm d’Kafkraaft vun de Leit, et geet drëms, fir de Chômage ze reduzéieren, et geet drëms, dass eis Betriber kompetitiv sinn“, begründete DP-Ministerin Yuriko Backes am Montag im RTL Radio die Forderung ihrer Partei nach einer Tripartite. „Mir mussen och e bësse méi wäitsiichteg denken“, sagte Backes, doch schließlich sei es der Premier, der die Tripartite einberufe.

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